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n der Oberstufe entdecken die Neunt- und Zehntklässler Gesetzmäßigkeiten nicht nur im naturwissenschaftlichen Bereich, sondern auch in der Sprache und in der Kunst. Anhand dieser Grundlagen versuchen die Schüler, die Grenzen einer Denkweise, die die Welt nur in "gut" und "böse" einteilt, zu überschreiten. So entwickeln sie jene Fähigkeiten, die ihnen eine differenzierte Wahrnehmung der Welt ermöglichen.
Mit der Entwicklung hin zur Geschlechtsreife, die schon in der Mittelstufe beginnt, "bricht" buchstäblich auch die Welt der Empfindungen auf. Der Pubertierende fühlt nicht nur Abneigung oder Zuneigung, sondern ist nun fähig, bis in den letzten Winkel seiner Seele zu hassen und zu lieben und alle Facetten der Gefühle zwischen diesen beiden Extremen zu empfinden. Erziehung auf dieser Ebene bedeutet, dass der Unterricht auch mannigfaltige Empfindungsmöglichkeiten bieten muss, aber in einer Art, die den Schüler befähigt, diese Empfindungen bewusst zu ergreifen und einerseits kreativ, andererseits sozial einzusetzen.
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ährend der nachfolgenden Entwicklungsstufe wird das Augenmerk auf höhere, naturwissenschaftliche Denkformen und auf das gesellschaftlich verantwortungsbewusste Handeln gerichtet. Einerseits werden mathematische und physikalische Denkmodelle bzw. chemische Prozesse vom Schüler unter der Anleitung des Lehrers erschlossen, andererseits machen sie als Gegenpol z.B. während eines Sozialpraktikums in Krankenhäusern oder Einrichtungen für Behinderte grundlegende Erfahrungen, von denen sie in Elternabenden oder gemeinsamen Verfügungsstunden mit kleineren Klassen gerne berichten.
In der 12. und letzten Klasse der Waldorfschule gestaltet man grundsätzlich einen Überblick über die erlernten Kenntnisse.
Ein Fachlehrer, der sich dazu bereit erklärt, betreut eine Klasse durch die ganze Oberstufe. Er wird die Elternabende einberufen, er organisiert die verschiedenen Praktika und ist insgesamt der Ansprechpartner für Schüler, Kollegen und Eltern dieser Klasse.
Der Hauptunterricht wird nicht, wie in der Unter- und Mittelstufe, vom Klassenbetreuer gegeben, sondern von spezialisierten Fachlehrern. Die verschiedenen Epochen im Hauptunterricht dauern in der Regel 3-4 Wochen, in denen ein Fachlehrer täglich zwei Stunden Zeit hat, mit den Schülern intensiv an einem Thema zu arbeiten.
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